Nach einem Charterboot suchen

Segelrevier : Brasilien


Von Brasilien kennt man den imposanten Regenwald, die Millionenhauptstadt Brasilia, die phänomenalen Iguaçu-Wasserfälle… Was uns aber als erstes in den Sinn kommt ist Rio de Janeiro mit seinem himmlischen Strand Ipanema und natürlich dem Corcovado, auf dem seit über 80 Jahren die monumentale Christusstatue Cristo Redentor steht und der Stadt mit offenen Armen ihren Segen gibt. Geheimtipps um Rio de Janeiro befinden sich entlang der umwerfenden brasilianischen Küste: segeln Sie die Costa Verde hinunter und erleben Sie 200 km dichtesten Regenwald, überwältigende Naturparks, Lagunen und einsame Inseln… und von Zeit zu Zeit ein paar Schmuckstücke der kolonialen Architektur. 

 


Startpunkt Angra dos Reis


Westlich von Rio de Janeiro liegt die Stadt Angra dos Reis, die Bucht der Könige: ein idealer Ausgangspunkt, um die Costa Verde während Ihres Segeltörns ausgiebig zu erforschen. An eine vom Dschungel bewachsene und bis zu 1000 m hohe Gebirgskette gelehnt, zählt die Angra dos Reis dutzende kleiner Inseln zu ihrem Gebiet. Größere und kleinere, mit Sand- oder Kieselstränden, hier bietet sich Ihnen eine großzügige Auswahl an Liegeplätzen, an denen Sie entspannt rasten, baden, tauchen oder an Land auf Entdeckertour gehen können. Mit ihrem zerklüfteten Saum formt die Küste ein kunstvolles Labyrinth aus Wasser, Land und dichtem Wald in leuchtenden Farben: ein wahrer Augenschmaus. Die brasilianische Küste ist nicht annähernd vollständig für Freizeitsegler ausgestattet, viele Spots sind wild und kaum besucht und die wenigen Glücklichen, die den Zugang finden, können sich auf umwerfende Szenerien gefasst machen.

 


Sanftes Treiben um die Ilha Grande


Etwa 30 km gegenüber der Küste liegt die Paradies-Insel Ilha Grande. Dank ihrer außergewöhnlichen Geschichte bleibt sie von Immobilienprojekten verschont und ihr farbenfroher Dschungel blüht bis hinunter zum weißen Strand in voller Pracht. Auf der Insel gibt es keine Autos, nur von Tieren gezogene Karren; bunt dekorierte Strandbars servieren hier fantasievolle Cocktails mit tropischer Note und laden zum Relaxen unter den Palmen ein. Sie können im Süden vor der Küste von Lopes Mendes den Anker werfen und die Feinsandstrände und die blaugrün glitzernden Wellen bewundern. Gehen Sie nach Herzenslust wandern und beobachten den Regenwald und seine Tier- und Pflanzenwelt aus nächster Nähe. Das inmitten des Waldes verborgene ehemalige Cholera-Quarantänelager und später auch das erste brasilianische Hochsicherheitsgefängnis ist bis heute für Führungen durch die „schlimmste Haftanstalt Brasiliens“ zugänglich und gruselt mit seiner schaurigen Vergangenheit. 

 


Zwischenstopp in Paraty


Setzen Sie die Segel und treiben weiter bis zum Hafen von Paraty, wo im 16. Jahrhundert von jungen portugiesisch-indianischen Mestizen Gold entdeckt und für den internationalen Handel eine Route von der Mine bis zur Küste gebaut wurde. Die Stadt selbst ist ein wahres Kleinod der Kolonialarchitektur, die Straßen sind mit breiten Steinen gepflastert, weiße Häuser mit bunten Türen und Fensterrahmen schmücken die Umgebung und reich verzierte Kirchen säumen die Stadt und erinnern an den vergangenen Reichtum der Region. 
Nutzen Sie die Gelegenheit und sehen sich das traditionell brasilianische Handwerk aus der Nähe an, kosten Sie das würzige Essen oder statten Sie dem Museum Emporio de Cachaça einen Besuch ab und lernen dort alles über das nationale alkoholische Getränk. Die Kindeskinder portugiesischer Kolonisten, eingeborener Indianer und afrikanischer Sklaven haben hier im Laufe der Jahrzehnte in einem bunten Gemisch zueinandergefunden; aus dieser Vereinigung entwickelte sich die typisch brasilianische Vielfalt und Métissage, welche das breite kulturelle Spektrum des Landes erst so außergewöhnlich macht.

 


Der tropische Fjord von Saco do Mamanguá


Entlang der Südseite des Staates Rio ist die Küste besonders kluftig: in diesem Irrgarten aus Inseln und Holmen fließt ein 8km langer Wasserkorridor durch die Berglandschaft und formt so eine Art Fjord namens Saco de Mamanguá, um den sich eine wilde tropische Pflanzenwelt windet und in dem die Caiçaras, eine indianische Ethnie, zuhause sind. Wenige Touristen haben die Möglichkeit, bis hierher vorzudringen, da diese Zone nur übers Wasser erreichbar ist. Ergreifen Sie diese einmalige Gelegenheit und begeben sich an Bord Ihres Charterboots auf eine unvergessliche Tour durch die Dschungelwelt.


Ankerplatz in Praia do Sono


Am anderen Ende des Saco de Mamanguá erwartet Sie das Fischerdorf Paria de Sono: die lange Sandzunge lädt zu ausgiebigem Baden ein. Nach dem Anlegen in der Bucht können Sie in einer der am Strand verstreuten Hütten eine kleine Brotzeit zu sich nehmen. Auch hier sind die Strände meist leer, nur die wenigen Besucher mit Booten finden zu diesen kleinen Oasen und können durch den Dschungel und die Dörfer der Caiçaras wandern.


Gut zu wissen/Tipps

Gut zu wissen/Unsere Tipps


•    Offizielle Sprache: Portugiesisch. Spanisch ist dort geläufiger als Englisch.
•    Zeitverschiebung für Angra Dos Reis : -4h im Sommer, -3h im Winter (4 Zeitzonen).
•    Währung: der Real (Plural Reais). Wenn Sie mit dem Boot entlegene Orte besuchen, sollten Sie sicherstellen, genügend Bargeld zur Hand zu haben, da Geldautomaten recht schwer zu finden sein können (Achtung: oft kann nur eine maximale Summe von 500 Reais abgehoben werden. 1 Real ist ca. 0.25€ wert)
•    Trinkgeld: Planen Sie ein Trinkgeld von etwa 10-15%
•    Vermeiden Sie es besonders in großen Städten wie Rio de Janeiro, Wertgegenstände mitzunehmen und sichtbaren Schmuck und ähnliches zu tragen
•    Die Marina in Angra Dos Reis ist hochwertig ausgestattet, Sie können dort alles Nötige für Ihren Törn besorgen.
•    Achtung: die Preise der Marina können manch einem unerschwinglich erscheinen.
•    Das fließende Wasser ist nicht trinkbar. Wenn Sie nach Eis fragen, stellen Sie immer sicher, dass es sich um zuvor gefiltertes Wasser handelt.
•    Wilde Liegeplätze.
•    Angeln ist erlaubt, ein Angelschein wird nicht benötigt.
•    Ilha Grande und Paraty sind Tauchspots, die Sie auf keinen Fall verpassen sollten
•    Lopes Mendes Beach: ein traumhafter Strand auf Ilha Grande, unter Surfern sehr beliebt. Entlang des Wildstrands können Sie nicht ankern, er ist jedoch zu Fuß in etwa 30 Minuten über einen Wanderweg zu erreichen.
•    Saco de Céu auf Ilha Grande : eine hübsche kleine Bucht mit vielen Restaurants und brasilianischer Musik.
•    Lagoa Verde: hier können Sie auf schwimmenden Restaurants lokale Gerichte und frisch gefischten Fisch kosten.


Häfen in diesem Segelrevier

Angra dos Reis, Paraty ...


Formalitäten

Formalitäten

  • Für einen Aufenthalt in Brasilien benötigen Sie einen Reisepass mit mindestens 6-monatiger Gültigkeit nach dem Datum Ihrer Rückkehr. Ein Touristenvisum ist für Franzosen, Belgier und Schweizer für eine Reisedauer unter 3 Monaten nicht nötig.
  • Gewisse Impfungen wie gegen Gelbfieber, Diphterie, Typhus und Hepatitis A sollten nachgeholt werden.
  • Für die Segelfahrt in Brasilien:
    • Aktueller nautischer Lebenslauf
    • Segelführerschein

Wann verreisen?

Brasilien eignet sich das ganze Jahr über zum Segeln. Am angenehmsten sind jedoch die Sommermonate, wenn die Luft warm und feucht ist und der Passatwind gleichmäßig weht.

Vorsicht jedoch vor den Pampeiros, heftigen Winden, die bis zu 60 Knoten erreichen können.

Wind

Sommer
Knoten
(Durchschnitt)
Winter
Knoten
(Durchschnitt)

Temperaturen

Jan. Feb. März Apr. Mai Juni
28° 29° 28° 29° 28° 27°
Juli Aug. Sep. Okt. Nov. Dez.
27° 28° 30° 30° 29° 28°